Das ist
Paul
“Es gibt nur ein Gas - vollgas”
Nicht nur während dem Wettkampf gibt Paul alles. Auch privat ist er ein echter Überflieger. Sein Motto hilft ihm sich immer wieder über neue Aufgaben und Hürden zu schlagen. Willensstark und zielstrebig joggt er in den Tag & genießt dabei sein Leben mit Familie.
Erzähl uns mal von dir, Paul, Wer bist du?
Ich wurde am 20. November 1962 in St. Pölten geboren.
Ich bin glücklich mit meiner Martina - nach einer Probezeit von 18 Jahren, 11 Monaten und 355 Tagen - verheiratet und sehr, sehr stolz auf unsere Patchwork Familie bestehend aus den drei „Frotzn“, Melly, Marie und Nina.
Am Wohlsten fühle ich mich zu Hause auf der Terrasse unseres roten Knusperhäuschen, mit einem Häferl Kaffee in der Hand und in den rot/orangen Sonnenuntergang schauend.
Beruflich bin ich seit 1.April 2024 (kein Scherz) Stellvertretender Direktor des Österreichischen Bundeskriminalamtes . Dieser Job ist ausgesprochen spannend, interessant, teilweise fordernd aber macht mir trotz aller Höhen und Tiefen sehr viel Spaß. Mein Heimatverein ist WHC XSport Vösendorf.
vor 12 Jahren bist du noch als Hobbysportler nach einem Seminar des Bundeskriminalamtes in Skopje Laufen gegangen.
4 Jahre später warst du österreichischer Meister in der Triathlon Langdistanz deiner Altersklasse. Wie konnte so eine enorme Leistungssteigerung gelingen?
Um beim Ironman/Langdistanz Triathlon (3,8 Kilometer Schwimmen, 180k Radfarhen und 42,2k Laufen) so nah wie möglich an die Spitze heranzukommen, muss man ein klares Ziel vor Augen haben! Wer den Weg dorthin bis zu Ende geht, folgt nicht dem Ruf des Geldes, sondern hohen sportlichen Idealen, dem persönlichen Willen, nicht aufzugeben und der Hoffnung, einst für seine Anstrengungen belohnt zu werden. Und nicht zuletzt der Begeisterung für den Sport.
Triathlon ist für mich nicht nur Sport und Hobby, sondern eine Lebenseinstellung. Das zeitintensive Training mit Beruf, Familie und Freundeskreis in Einklang zu bringen, ist jedoch oftmals eine Herausforderung. Ein besonderer Dank gilt hier meiner Familie, sowie meinen Arbeitskollegen und Chefs des Bundeskriminalamtes, die mich in allen Situationen und Herausforderungen immer unterstützen und Verständnis zeigen. Vor allem Ausdauer, Konsequenz und Ehrgeiz werden mir von Freunden und Kameraden zugeschrieben, ebenso außerordentliche Willenskraft.
Ich bin aber auch Skorpion mit Aszendenten Skorpion und daher ist meine Grenze zwischen Willensstärke und Sturheit sehr schwindend. Ich bin optimistisch und besitze ein hohes Maß an Eigeninitiative, die mich dazu motiviert, regelmäßig morgens um 5 aufzustehen, 28 Kilometer ins Büro zu laufen oder um 06:30 ins Schwimmbecken zu springen. Es ist meine absolute Überzeugung, dass alles im Leben wirklich Gewollte auch machbar ist: Sich herausfordernde Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen!
Du willst also weiterhin voll „Gas geben“! Wie gelingt es, über einen solch langen Zeitraum einen nicht nur zeit- sondern auch kostenintensiven Sport erfolgreich auszuüben?
Motivation, Willensstärke und die entsprechende Lebenseinstellung sind nur ein Teil des Erfolges. Ohne die Unterstützung, Zuneigung und das Verständnis von Familie, Freunden und Arbeitskollegen ist es unmöglich, gesetzte Ziele zu erreichen. Aber auch die professionelle Arbeit mit Profis aus den unterschiedlichsten Bereichen des Sports ist ein notwendiger Beitrag auf dieser langen Reise. Sie geben den „roten Faden“ vor, sind das Korrektiv und die Navigatoren. Gegenseitiges Vertrauen und regelmäßige, ehrliche, aber respektvolle Kommunikation sind unabdingbare Rahmenbedingungen, die Basis für den Erfolg, aber auch Gründe für das Entstehen von Freundschaften sein können.
Als Freund weiß ich, wie wichtig dir das Ziel, dich für den Ironman in Hawaii zu qualifizieren, war. Wenn du heute zurückblickst: wie war das damals für dich?
Wenn du viele Jahre einen sportlichen Traum hast, dafür dein Leben – von der Ernährung bis hin zum Zeitmanagement - zur Gänze umstellst, dann bist du entweder ein narzistischer Egomane oder du hast den Sport Langdistanztriathlon zu deiner Lebenseinstellung gemacht. Du trainierst dann fast täglich und motivierst dich in eisiger Kälte, bei Erschöpfung und Verletzungen immer neu. Das bringt es mit sich, dass du Erfolge feierst, aber auch durch Rückschläge stärker wirst. Dann willst du aber unbedingt zur offiziellen Ironman Weltmeisterschaft in Kona/Hawaii, dem geheimen Traum eines jeden Triathleten.
Geheime Statistiken sagen: „100 Prozent wollen es, ein Prozent darf es“! Du kannst nämlich nicht über ein Reisebüro buchen und dich anmelden. Nein, du musst dich in einem anderen Ironman Langdistanz Rennen qualifizieren. Das heißt in meiner Altersklasse, dass man bei einem Qualifikationsbewerb unter die ersten zwei kommen muss, weil es nur zwei Startplätze gibt. Oder du wirst fünfter, so wie ich 2018 in Klagenfurt, und die ersten drei verzichten. Bingo!
Wenn einen Startplatz erlangt hast, dann bist du Monate nervös, angespannt aber auch freudig erregt. Du weißt, du wirst dich mit den Besten der Besten bei einer Weltmeisterschaft 3,8km schwimmend durch den welligen Pazifik bewegen. Du wirst 180km mit dem Rad entlang der Küste nach Hawi und in der Hitze von Lavafeldern, dem starken böigem Wind trotzend, retour nach Kona über 1700 Höhenmeter absolvieren und dann noch einen Marathon bei hoher Luftfeuchtigkeit und hügeliger Laufstrecke runterbiegen.
Das erzeugt Respekt, aber auch ein bisschen Angst! Werde ich versagen oder eine anständige Leistung bringen?