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Rennbericht Ironman St.Pölten 2014

Aloha liebe Freunde/innen

Beim Ironman 70.3 St.Pölten (1,9km swim, 90km bike und 21km run) ist das beim Schwimmen immer sehr lustig. Sie treiben dich durch ein Gatter wie Rindviecher zum Start. Du stehst dann in deiner Gruppe im Wasser des Viehofener Sees - wie die Gnus an der Furt am Mara Fluss in Afrika – nur dass halt keine Krokodile, sondern angeblich riesige Killerwelse auf dich warten. Das sei auch der Grund, warum es am Wasser keine Enten und rund um den See keine kleinen Hunde gibt- dungdungdungdungdung…

Ich steh in dieser Herde und gehe innerlich hoch konzentriert meine Checkliste durch: Achillessehen – zu Hause im Kasten, Modus –wer bremst verliert, Ziel – fit werden für Klagenfurt, Mission - Aloha 2014; Ruummmms der Startschuss!!!! die ganze Frustration, Anspannung und Unsicherheit der letzten vier Wochen entladen sich in einem unglaublichen Adrenalinschub. Auf den ersten zweihundert Metern zur Wendeboje prügle ich mich wieder einmal wie ein Maschinengewehr durchs Wasser– „böööses Wasser“. Keine Schwimmer mit blauen Badehauben vor mir – die Killerwelse???? Als im zweiten See immer noch keine blauen Köpfe sehe und ich in die Gruppe der Rotkäppchens reinschwimme (alle Damen die 10 Minuten vor uns gestartet trugen rote Badehauben) werde ich unsicher „hab ich eine Boje übersehen???“ Dass ich so schnell bin und als Vierter der Agegroup M 50 (103 Gewertete) aus dem Wasser kam (33.24 Minuten), erfahr ich erst nach dem Rennen…

Mit meiner Rennmaschine schneid ich durch die Wachau, ich liege überwiegend am Aerolenker, trete im Schnitt 246 Watt, die Anstiege kein Problem, die Abfahrt Richtung St.Pölten zum Teil mit über 70km/h - Gänsehaut bei der Einfahrt zur Wechselzone, Sechster meiner Agegroup nach 2:37:43 - saugeiles Rennen.

In der Wechselzone vermisse ich meine schnellen Wettkampfsocken, für Outsider: Das sind Laufschuhe die haben das Gewicht einer Briefmarke, fast keine Dämpfung und du spürst beim Laufen wie die Hornhaut deiner Ferse am Unterkiefer reibt….muahahaha. Die musste ich leider auf Anraten meines Trainers zum Schutz meiner Sehnen zu Hause lassen. Zusatz „wenn ich sie doch nehmen sollte, weil er kennt mich ja ein bisschen, wird mich seine Frau Eva mit dem Nudelwalker von der Strecke prügeln…“ So lauf ich mit den um unglaubliche 50 Gramm schwereren und gut gedämpften klobigen Trainingsschuhen doch recht anständig mit ca. 4min40/km weg. Die Ausdauer passt, aber ab Kilometer sieben oder acht bin ich muskulär mangels Lauftrainings eigentlich stehend k.o und ich muss, ob ich will oder nicht, zwei Gänge zurück schalten. Die gute Nachricht: die Sehnen und die Ferse sind schmerzfrei. Ich biege den Halbmarathon unter diesen Umständen in für mich respektablen 01:50:12 runter. Mit 05:09:33 werde ich in meiner Altersklasse 22er Gesamt 465er von 1763 gewerteten Athleten.

Fazit: Der Stresstest für meine Achillessehnen und Ferse ist geglückt. Ich kann jetzt wieder gezielt das Lauftraining für den Ironman Kärnten (3,8km swim, 180km bike und 42 km run) aufnehmen. Das Selbstvertrauen kommt schön langsam wieder und ach ja das Wichtigste


I`ll be back in Kärnten Aloha 2014
Paul

 

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