Zur Startseite
EMPFINDUNGEN. LEIDEN. GESCHICHTEN.
berichte

Rennbericht Europameisterschaft Walchsee 2016

Also liebe Freunde/innen

Wie gesagt es war das Erste Mal, dass ich mich für eine internationale Meisterschaft qualifiziert habe - Challenge Walchsee Europameisterschaft Halbdistanz (1,9km swim, 90km Bike und 21,2km Run) am 04.09. 2016;

Für Österreich zu starten war mir eine Ehre, aber auch eine Verpflichtung, mein absolut Bestes zu geben – und genau das habe ich getan. Ich konnte diesen anspruchsvollen Bewerb in mich für sehr zufriedenstellenden 05:11:41 finishen. Ich wurde in meiner Altersklasse aber nur 37er von 67 gestarteten…was aber nicht verwunderlich ist, bei dieser Leistungsdichte – der Europameister kommt aus Holland mit 04:19:54, mit knapp unter fünf Stunden landest du noch auf Platz 22 – ohne Worte verneige ich mein Haupt. Aber alles der Reihe nach.

Am Tag vor dem Rennen war ich nicht mehr wirklich ansprechbar, mein bewährtes Team, Martina, Melly und Tom, kennen mich nun aber doch schon, und so geben sie mir immer den notwendigen Halt und die Ruhe und lassen mich alleine wenn ich zu unausstehlich bin. Sorry !!!!!

Am Morgen als die letzten Schminkarbeiten abgeschlossen sind und sich die Nebel im sagenumwobenen Kaiserwinkel schön langsam lichten, ein kurzes Einschwimmen, dann das klassiche Rawumms - nur diesmal aus einer Tiroler Schützengilde Kanone - Andreas Hofer schau owa….und los geht’s.

walchsee 2016 walchsee 2016

Geiler Schwimmrythmus - in 31:19 aus dem Wasser, das übliche Maroscheksche feinmotorik Gewurschtel zum Thema „wie komm ich möglichst umständlich aus dem Neopren raus“. Aber dann doch schnell am Rad. Am Anfang der 85km langen Strecke mit ca. 1200hm ist es zaaach. Ich finde aber doch einen super Rhythmus und siehe da: Die Kraft die mir die Rennen zuvor fehlte ist in den Oberschenkel plötzlich wieder da. Außerdem kannst du dich wie ein Königsadler kilometerlange Abfahrten mit bis zu 12% Gefälle in die Tiefe stürzen. Ein Glücksgefühl wenn ich meinen 84 Kilogramm und der Schwerkraft so viel Spielraum geben kann. Nicht unbedingt was für schwache Nerven, aber das was ich bergauf verliere, hole ich bergab wieder ein. Du musst nur ständig „keep right“ schreien und hoffen, dass die es vor dir auch wirklich tun. Maximal Geschwindigkeit 73,1km/h. Als ich nach 02:41:20 vom Rad klettere, habe ich im Schnitt 252 Watt getreten und die Oberschenkel sind immer noch dran….

Das Laufen ist heuer nicht meines, ich beginne gut auf den ersten drei Kilometern, muss dann wieder einmal nachlassen, erfange mich nach dem ersten Besuch am Dixi Klo nach ca. 10 Kilometer wieder, bringe aber nicht wirklich die erwartete Laufleistung aufs Pflaster. Gut es war sehr heiß, fast kein Schatten, zwei knackige Anstiege, dafür aber auch wieder länger bergab – die 21 km in 01:52:24 sind für mich doch enttäuschend.

walchsee 2016 walchsee 2016

Wurscht ich bin zufrieden und stolz, dass ich teilnehmen durfte, mit 05:11:41 keinen Trottel runtergerissen habe und nach dieser überaus langen und zugegebener maßen „selbst verschuldeten“ schweren Rennsaison noch diese Leistung abrufen konnte.

Viele Neuerungen zum Thema Ernährung, Lauftechnik, Schwimmtraining und Sponsoren für die Vorbereitung 2017 habe ich schon im Kopf, jetzt will ich aber einmal runterkommen, innehalten und nicht nur meinem Körper Gelegenheit geben, ordentlich zu regeniereren. Ich muß auch meine biologische Festplatte namens Gehirn einmal markieren und auf „Delete“ drücken.

Ich muß, nein besser gesagt ich will auch meinem Umfeld Danke sagen: Ohne euch liebe Arbeitskollegen, Chefs und Freunde wäre all das nicht möglich. Ihr schafft mir den notwendigen Rahmen, damit ich überhaupt das tun darf was ich mache – nämlich neben Beruf, Familie und Freizeit ein ambitioniertes Triathletenleben zu leben.

Aber ohne dich liebe Martina, liebe Melly und lieber Tom hätte ich nicht die Menschen die es braucht, wenn es einem wirklich schlecht geht, wenn man runtergeholt werden muss, wenn man Trost, aber auch Zuneigung, Stolz, Bewunderung, einen kleinen Schlag auf den Hinterkopf oder „nur“ eine Gel Flasche bei der Labestation, einen Teller Nudeln nach dem Training, ein lachendes „wie war das Schwimmen? Brauchst was?“ oder eine einfühlsame Fußreflexzonen Massage benötigt.

Danke für diese wunderbare Saison

Euer müder aber zufriedener Paul

 

» nach oben

test freisteller